Gesundheitsförderung in Einrichtungen für Kinder

Das ganzheitliche Konzept der Gesundheitsprävention und Gesundheitsförderung richtet sich an Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen, Vereine und Bildungsstätten, denen die gesunde körperliche und seelische Entwicklung der Kinder am Herzen liegt. Ziel der ganzheitlichen Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche ist, das Interesse und die Begeisterung für gesunde Ernährung und mehr Bewegung zu wecken und sie möglichst frühzeitig an gesundheitsbewusstes Verhalten heranzuführen. In Vorträgen für Eltern und Erzieher sowie in Workshops für Kinder wird anschaulich und mit kreativen Ideen zu ernährungs- und gesundheitsbewusstem Verhalten motiviert.

  • Die Lebenswirklichkeit vieler Kinder hat sich in den letzten Jahren verändert. Immer mehr Kinder verbringen immer mehr Zeit in Kindertageseinrichtungen und Ganztagsschulen. Dieser gesellschaftliche Wandel hat Auswirkungen auf den Lebens- und Ernährungsstil in den Familien. Kindertageseinrichtungen übernehmen damit Verantwortung für eine gesunde Entwicklung der Kinder außerhalb der Familie und bieten die Möglichkeit, frühzeitig positiven Einfluss auf die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu nehmen.
  • Die Kindergesundheitsstudie „Große Ohren für kleine Leute“ (2012) des Deutschen Kinderschutzbundes zeigt, dass Grundschüler ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein haben. Schulen sind aufgefordert, „Kindern Erfahrungen zu bieten, um ein gesundheitsförderndes Verhalten auszuprobieren und einzuüben“.
  • Kinder befinden sich in einer körperlichen Wachstumsphase, in der gesunde Ernährung, ausgewogenes Essverhalten, ausreichend Bewegung und Körperwahrnehmung für die körperliche und seelische Entwicklung, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie für die Stärkung der Immunabwehr, Stressbewältigung und Entspannung eine entscheidende Rolle spielen. Die ganzheitliche Gesundheitsförderung beschäftigt sich mit diesen Bereichen und deren Wechselwirkungen, um das Verständnis für Gesundheit zu verbessern.
  • Wissenschaftliche Veröffentlichungen bestätigen die Erkenntnis, dass gesundes Essen und Trinken und vielseitige Bewegung schlauer machen, die Konzentrationsfähigkeit steigern und die soziale Kompetenz fördern. Die aktuelle Ernährungssituation zeigt aber, dass viele Kinder morgens ohne Frühstück oder Pausenbrot in Kindergarten oder Schule kommen und in der Beliebtheitsskala der Lieblingsessen Pommes, Burger und Süßigkeiten an oberster Stelle stehen. Ernährungsbedingte Krankheiten und Übergewicht sind die Folge.
  • Immer mehr Kinder und Jugendliche erhalten ein warmes Mittagessen in Ganztageseinrichtungen. Die Empfehlungen für die Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen orientieren sich an den Qualitätsstandards der „Optimierten Mischkost optiMIX“ des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE). Verantwortliche in den Küchen erfahren durch dieses Konzept, wie sich unter Berücksichtigung der Ernährungsvorlieben von Kindern ein gesundes Speisenangebot realisieren lässt.

Gesundheitsförderung wird zum Erlebnis

  • In Workshops für Einrichtungen für Kinder wird Gesundheit zum Erlebnis. Auf altersgerechte Weise werden die Grundregeln einer gesunden Ernährungsweise einfühlsam und spielerisch vermittelt und mit kreativen Ideen die Neugier auf ernährungs- und gesundheitsbewusstes Verhalten geweckt und gefestigt. Die Themen setzen sich aus theoretischen und praktischen Bausteinen zusammen.
  • Im theoretischen Teil erfahren Kinder, woher die Lebensmittel kommen. Sie lernen regionale und saisonale Obst- und Gemüsesorten kennen und nehmen über eine Sinnesschulung die Vielfalt der Produkte durch Geruch, Farbe und Geschmack wahr. Sie erfahren, welche Früchte zu welcher Jahreszeit zu essen sind, was man daraus zubereiten kann und wie lecker sie schmecken. Anschaulich wird vermittelt, wie wichtig es ist, 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen, aus welchen Nährstoffen sich die Nahrung zusammensetzt und wie viel Zucker oder andere Zusatzstoffe Getränke oder Nahrungsmittel enthalten. Die Kinder lernen, wie ein Weizenkorn aufgebaut ist, welche Mehlsorten es gibt oder warum die Milch für den Körper wichtig ist. Eine Entdeckungsreise durch den Körper zeigt, was mit dem Essen im Körper passiert. Das Kennenlernen der farbenfrohen Vielfalt gesunder Lebensmittel und der körperlichen Zusammenhänge steigert den Wunsch der Kinder nach gesunder Ernährung.
  • Der praktische Teil zeigt den Kindern, wie viel Spaß gesundes Essen macht. Kinder essen gerne Gerichte, die lecker schmecken, appetitlich aussehen, leicht zuzubereiten und „cool“ sind. Gemeinsam bereiten die Kinder eine gesunde Mahlzeit aus frischen Zutaten. Gemüse und Obst waschen, schneiden und raspeln, Teig ausrollen, rühren und kneten fördert Alltagskompetenzen der Kinder. Der Umgang mit Küchengeräten schult die Motorik. Durch das gemeinsame Kochen, Tisch decken, Essen in fröhlicher Runde und Abwaschen wird die Zusammenarbeit in der Gruppe gefördert und die Kinder haben Erfolgserlebnisse. Einfach umsetzbare Bewegungs- und Entspannungsangebote rund um die Ernährung werden in den praktischen Teil integriert. Sie fördern die Freude an Spiel und Bewegung und stärken die Neugier der Kinder an gesundheitsbewusstem Verhalten.
  • Kinder lernen in diesem Ernährungs- und Wohlfühlprojekt, die eigenen Essgewohnheiten und ihr Bewegungsverhalten zu hinterfragen. Sie erfahren, welchen Einfluss gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung auf das Wohlbefinden und die geistige Leistungsfähigkeit hat. Um die Akzeptanz und Umsetzung eines gesunden Ernährungsverhaltens in Kindergarten, Schule und Familie zu erreichen, ist es sinnvoll, auch ErzieherInnen, LehrerInnen und Eltern einzubeziehen.

 

Eine Übersicht zu Vortragsthemen und Workshops finden Sie hier.

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